19.11.2017

Präventionsnetzwerk „Präsenz“ gegen Radikalisierung und Islam- und Demokratiefeindlichkeit - Diakonie richtet Koordinationsstelle und Beratungsangebot für Stadt und Landkreis Osnabrück ein

Osnabrück. Fördermittel des Landes-Demokratiezentrums Niedersachsen ermöglichen es dem Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück, eine neue Koordinationsstelle einzurichten. Ihre Aufgabe ist es, die Vernetzung sämtlicher Akteure im Bereich der Prävention gegen islamistische Radikalisierung und gegen Demokratiefeindlichkeit zu fördern und zu gestalten. Die neue Stelle trägt den Namen „Präsenz“ und macht damit ihren Auftrag deutlich: gemeinsam Flagge zu zeigen gegen Radikalisierung.

Dazu ist es wichtig, die beteiligten Institutionen, Behörden und freien Träger in der Region zur Zusammenarbeit mit ins Boot zu holen, um gemeinsam präventive Hilfeangebote zu erarbeiten, aber auch psychosoziale Beratung in Einzelfällen anzubieten. Durch Schulungen und Aufklärung über die Phänomene Islamismus und Salafismus, sollen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Einrichtungen – z.B. in Schulen, Kindertagesstätten, der offenen Jugendarbeit, in muslimischen Verbänden, aber auch in Behörden und Ämtern - sensibilisiert und in ihrer Handlungsfähigkeit im Umgang mit radikalen islamistischen Tendenzen gestärkt werden. Es geht um Kommunikation und Konfliktbewältigung im interkulturellen und im interreligiösen Dialog. Der kann gelingen, wenn sich begegnende Menschen Demokratie leben.

Die Koordinationsstelle hat ihre Arbeit bereits aufgenommen und gemeinsam mit Vertretern der Polizei, der Stadt und dem Landkreis Osnabrück, dem Landeskriminalamt, der Landesschulbehörde und weiteren Netzwerkpartnern getagt. Gemeinsam formuliertes Ziel ist vor allem die Förderung der Netzwerkarbeit: Präventionsangebote gegen Radikalisierung und Demokratiefeindlichkeit sind in Stadt und Landkreis bereits präsent. Auch für Betroffene und für Akteure im sozialen Umfeld stehen verschiedene Hilfeangeboten und Unterstützer bereit. Diese gilt es zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Der gegenseitige Austausch zwischen den staatlichen und den zivilgesellschaftlichen Akteuren soll die interkulturellen Kompetenzen aller Beteiligten stärken und Islam- und Demokratiefeindlichkeit abbauen.

Die Koordinationsstelle gehört zum Geschäftsbereich Migration und Integration des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück. Zunächst werden hier zwei Mitarbeitende für jeweils 20 Wochenstunden und eine Mitarbeiterin in der Verwaltung ihr Büro in den Räumlichkeiten in Osnabrück in der Lohstraße 65 haben und von dort die Arbeit koordinieren.

Neben den Präventions- und Beratungsangeboten, der Koordinierung von Aktivitäten und Projekten, der Erstellung von Flyern und Informationsmaterialien, gehört auch das vermittelnde Eingreifen bei Auffälligkeiten und Tendenzen der Radikalisierung, Demokratie- und Islamfeindlichkeit im öffentlichen Raum, z.B. in Kindertagesstätten, Schulen oder in Behörden zu den Aufgaben der Mitarbeiter.

Das Büro ist telefonisch erreichbar unter: 0541 / 760287-15 bzw. -14.