20.07.2017

PIA hilft pflegenden Arbeitnehmern - Ein neues Konzept zur Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf geht an den Start

vlnr.: Schoeller-Werkleiter Norbert Mey, Sozialministerin Cornelia Rundt und Heiko Christian Grube Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück

vlnr.: Schoeller-Werkleiter Norbert Mey, Sozialministerin Cornelia Rundt und Heiko Christian Grube Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück

„PIA“ – so nennt sich ein Konzept, mit dem die Diakonie Osnabrück Stadt und Land die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf fördern will. „PIA“ steht für „Pflege in der Arbeitswelt“. Das Diakonische Werk baut damit sein bereits bestehendes Angebot der betrieblichen Sozial- und Gesundheitsberatung weiter aus.

Heiko Christian Grube (Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück) und Sabine Weber (Geschäftsführerin des Diakoniewerkes Osnabrück) stellten das neue Konzept am 5. Juli offiziell vor. Veranstaltungsort war der Felix-Schoeller-Turm, den das Unternehmen, das im betrieblichen Gesundheitsmanagement schon seit mehreren Jahren erfolgreich mit der Diakonie zusammenarbeitet, für die Präsentation zur Verfügung gestellt hatte. 

Das neue Konzept stößt auch bei der niedersächsischen Landesregierung auf Interesse. Sozialministerin Cornelia Rundt war deshalb eigens zur Präsentation angereist. Sie lobte PIA als vorausschauendes „Musterkonzept“. Lange habe bei der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf das Thema Kindererziehung im Mittelpunkt gestanden. „An dieser Seite ist stark gearbeitet worden. Nun rückt das Thema Pflege immer mehr in den Fokus.“ Die aktuellen Zahlen, die die Ministerin nannte, stützen diese Aussage: Derzeit würden 1,86 Millionen Pflegebedürftige zu Hause versorgt, zwei Drittel davon allein von den Angehörigen, ein Drittel unter Zuhilfenahme eines Pflegedienstes. Jeder zweite Berufstätige schränke seine Arbeitszeit ein, wenn ein Familienmitglied Pflege benötige. Dabei stehe ein Großteil der Betroffenen noch mitten im Berufsleben: Jeder dritte pflegende Mitarbeiter sei jünger als 44 Jahre.

Das Thema Pflege wird für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen zur Herausforderung. Der Mitarbeiter nimmt mit der Reduzierung seiner Arbeitszeit Einkommensverluste und mögliche Nachteile für die Karriere in Kauf. Für das Unternehmen bedeutet sie den Verlust an wertvollem Know-How, ausgerechnet in Zeiten des Fachkräftemangels.

PIA ist gezielt darauf ausgerichtet, das Potenzial der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Betrieben zu erhalten. Eingebunden in die betriebliche Sozialberatung bietet das Konzept Betroffenen systematische Unterstützung. „Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wissen, dass ihnen geholfen wird und dass es eben kein Einzelschicksal ist, auf das keine Rücksicht genommen wird“, stellte Ministerin Rundt fest.

In der betrieblichen Sozial- und Gesundheitsberatung sei die Diakonie schon jetzt breit aufgestellt, sagte Sabine Weber. „Wir können auf eine Vielzahl von Fragen Antworten geben und verfügen über ein großes Netz an qualifizierten Beratern und Hilfsangeboten, die vermittelt werden können.“ Nun werde dieses umfassende Angebot (zu dem unter anderem psychosoziale Beratung, Schuldner- oder Suchtberatung gehören) mit PIA noch einmal erweitert.

Wichtige Pluspunkte seien dabei die Kompetenz, über die das Diakoniewerk im Bereich der Altenhilfe verfüge, und die Schnelligkeit, mit der Unterstützung geleistet werden könne. Denn der erste Schritt zur Lösung des Problems der Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit beginne bei PIA schon am Arbeitsplatz selbst. „Der Firmenmitarbeiter kann sich direkt an die betriebliche Sozialberatung wenden. Der Diakonie-Mitarbeiter bleibt wie in allen anderen Problemfeldern der Dreh- und Angelpunkt. Er ist derjenige, der von dem Problem erfährt und die weiteren Schritte einleiten kann. Für die Hilfe suchenden Firmenmitarbeiter bieten wir damit einen schnellen und sehr unkomplizierten Zugang zu fachlich hochwertiger Beratung. Wir können zwar den Familien das Thema Pflege nicht abnehmen, aber wir können dafür sorgen, dass die Unterstützungsmöglichkeiten, die es in diesem Bereich gibt, frühzeitig genutzt werden,“ fasste Sabine Weber zusammen.

Dass es sich für ein leistungsorientiertes Unternehmen durchaus lohne, in solche Angebote zu investieren, machte Schoeller-Werkleiter Norbert Mey deutlich: „Mitarbeiterzufriedenheit bedeutet Leistung“. Die Felix Schoeller Group hat die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter sogar schriftlich. 2014 wurde das Unternehmen mit dem „Top Job Award“ ausgezeichnet – unter anderem wegen seines Gesundheitsmanagements und der guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie.