21.03.2018

OSNABRÜCKER BAHNHOFSMISSION - Fast 78000 Hilfeleistungen in einem Jahr

Marcel Bohenkamp ist seit anderthalb Jahren Leiter der Bahnhofsmission Osnabrück. Im Sozialausschuss berichtete er über die Arbeit der Einrichtung. Foto: Michael Gründel

Marcel Bohenkamp ist seit anderthalb Jahren Leiter der Bahnhofsmission Osnabrück. Im Sozialausschuss berichtete er über die Arbeit der Einrichtung. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. 77700 Hilfen hat die Osnabrücker Bahnhofsmission im vergangenen Jahr geleistet. Das berichtete der Leiter Marcel Bohnenkamp dem Sozial- und Gesundheitsausschuss.

Zwischen 40 und 80 Menschen kommen täglich zum Gleis 1, wo sie ein Butterbrot und einen Kaffee bekommen, wie Bohnenkamp berichtete. Dank der guten Vernetzung mit Caritas und Diakonie, den beiden Trägern der Bahnhofsmission, sei eine Vermittlung zu weiterreichenden Hilfen möglich.

Bedarf an Lesebrillen

Allerdings könne auch sein Team unbürokratisch helfen, etwa bei einem Antrag auf einen vorläufigen Personalausweis, damit der Hilfesuchende überhaupt Anspruch auf soziale Leistungen habe. Die dafür notwendigen 10 Euro seien für einen Menschen, der auf der Straße lebt, unerschwinglich. Auch andere kleine Hilfen hat Bohnenkamp parat: 20 Lesebrillen in verschiedenen Stärken, die er in der Einrichtung auslegte, seien in kürzester Zeit verschwunden gewesen. „Prima, da gibt es einen Bedarf“ habe er sich gefreut und weitere Brillen angeschafft, von denen einige immer noch zur Ausleihe da seien.

Mehr ältere Reisende

Der Dienst seines Teams beschränke sich selbstverständlich nicht auf die Räume am Gleis 1. Im vergangenen Jahr leistete das Team 22200 Bahnsteighilfen. Außer der Begleitung Minderjähriger beim Projekt „Kids on Tour“ gebe es auch einen wachsenden Bedarf bei der Unterstützung älterer Reisender. Hier reiche das Spektrum von der Hilfe beim Umgang mit dem Fahrkartenautomaten bis zur Begleitung im Zug.

Eine Erfolgsgeschichte sei auch die Umstiegshilfe am Neumarkt. Das Projekt mit den Stadtwerken sei gerade um vier Jahre verlängert worden. 38000 Umstiegshilfen wurden im vergangenen Jahr verzeichnet.

30 Ehrenamtliche

Die ganze Arbeit sei nur zu schaffen, weil 30 Ehrenamtliche im vergangenen Jahr 25000 unbezahlte Stunden geleistet hätten. Der Teamgeist stimme, freute sich Bohnenkamp: Derzeit gebe es gar eine Warteliste für ehrenamtlich Interessierte.

120.000 Euro beträgt der Haushalt der Bahnhofsmission, gut 30 Prozent davon müssten durch Spenden eingeworben werden. Auf die Frage, was er sich für die Arbeit wünsche, nannte Bohnenkamp deshalb Spenden. Eine nachhaltigere Hilfe seien jedoch mehr Sozialwohnungen. 

Neue Osnabrücker Zeitung / Ulrike Schmidt / 12.03.2018