02.05.2017

Hartes Rennen – tolle Stimmung - Titgemeyer und Lehmkuhl gewinnen 7. Osnabrücker Gipfelsturm

Gewonnen hat jeder, der oben ankam: Siegerehrung beim Osnabrücker Gipfelsturm. Foto: Burkhard Teschner

Wie gewohnt korrekt gekleidet: John McGurk im Schottenrock beim Osnabrücker Gipfelsturm

Ganz schön pusten mussten die Teilnehmer des 7. Osnabrücker Gipfelsturms. Foto: Swaantje Hehmann

Sandra Lehmkuhl war schnellste Frau und Gesamtsiebte. Fotos: Swaantje Hehmann

Vorjahressieger Abdulmajeed Abdallah gratuliert Markus Titgemeyer. Foto: Frank Muscheid

363 Läuferinnen und Läufer trieb der 7. Osnabrücker Gipfelsturm der Diakoniestiftung am Samstag zugunsten der Flüchtlings-Begegungsstätte Café Mandela auf den Piesberg. Die zehn Kilometer und 188 Höhenmeter schaffte Markus Titgemeyer als Schnellster. Sandra Lehmkuhl kam als schnellste Frau ins Ziel.

Osnabrück. Um Punkt 11 Uhr gab Elios Mkhwanazi, Geschäftsführer des Partnerschaftsausschusses des Kirchenkreises Mfolozi in Südafrika, vor dem Rathaus den Startschuss. 37:09,5 Minuten brauchte Titgemeyer, Lehmkuhl als Gesamtsiebte 41:45,8 Minuten.

Auf Platz zwei und drei der Männer liefen die Osnabrücker Philipp Lauenstein von der LG Osnabrück in 39:05,3 Minuten und Elmar Remus in 39:24,6 Minuten. Platz zwei und drei der Frauen belegten Corinna Tappe von Feminin Aktiv in 49:19,8 Minuten und die Bramscherin Katja Bielefeld in 49:33, Minuten. Promi-Benefizläufer John McGurk war wie gewohnt im Schottenrock in 58:42 Minuten im Ziel auf der Felsrippe.

„Der Schwarze Weg heißt nicht umsonst so. Der ist wirklich hart, die Beine machen ganz schön zu“, meinte der 33-jährige Markus Titgemeyer vom TV Georgsmarienhütte zur finalen Steigung seiner Premiere, die er unerwartet gewann. Er habe Respekt vor allen, die die Stufen des Südstiegs hochliefen: „Ich bin sie nur gegangen, es ist Wahnsinn.“ In Georgsmarienhütte nutze er die vielen „Trainingsberge“. Er genoss die Atmosphäre, die die Kapelle des Ratsgymnasiums mit pfeffriger Blasmusik untermalte. „Es war heute nicht ganz so viel los, aber die Stimmung war sehr gut.“

„Es ist für mich wieder eine gute Zeit“, freute sich die aus Münster stammende Neu-Osnabrückerin Sandra Lehmkuhl, die auch Vorjahresschnellste war. Derzeit startet sie noch für den LSF Münster und die Asics Frontrunner. „Es war ungefähr die gleiche Zeit wie im vergangenen Jahr, aber hier geht es vor allem um den Spaß am Laufen. Gerade wenn es nach oben geht und anstrengend wird, stehen hier viele Zuschauer, die Kapelle spielt – es ist schön, hier oben anzukommen!“ Angesichts des Piesberges teile sie sich den Lauf etwas anders sein, „um nicht die letzten drei Kilometer stehen zu bleiben“. Entgegen dem flachen Münsterland habe man „hier den ein oder anderen Hügel im Training, das hilft“.

Auch der zweitplatzierte 27-jährige Philipp Lauenstein von der LG Osnabrück war zufrieden: „Ich war ein bisschen schneller als letztes Jahr, das hat Spaß gemacht.“ Von den anderen Läufern habe er sich am Schwarzen Weg abgesetzt und diesen in den letzten Wochen trainiert: „Ich wusste, dass ich da stark bin.“ Er mache gern bei Volksläufen mit und finde, „dass der Gipfelsturm in Osnabrück die schönste Laufveranstaltung ist. Die Organisation ist top, es gibt was zu trinken, Eintopf, Waffeln, alkoholfreies Weizen. Man wird mit Orchester empfangen, die Strecke ist sehr exklusiv – von daher ist es Pflicht, jedes Jahr teilzunehmen.“

Mit acht Personen und sechs Flüchtlingen aus dem Café Mandela am Rosenplatz war auch ein Diakonie-Team gestartet, als schnellster Diakonie-Mitarbeiter kam Sebastian Niehaus in 51:43,9 Minuten an. „Beim 7. Lauf haben wir schon eine gewisse Routine“, so Diakonie-Geschäftsführer und Organisator Hinrich Haake, der auf viele Sponsoren und ein gut 80-köpfiges Helferteam zählen konnte. „Insgesamt tolle Stimmung, keine Schwierigkeiten, keiner kollabiert – alle sind zufrieden.“

Seit Langem sei das Wetter nicht so gut gewesen, 10 000 Euro seien durch den Benefizlauf zusammengekommen. Die Osnabrückerin Anett Thürmer hatte wie andere den Shuttlebus verpasst und machte sich trotz Krücken an den Aufstieg: „Ich wollte mich eigentlich zum Gipfelsturm anmelden“, so die Hobbyläuferin, „mir ist ein Achillessehnenabriss dazwischengekommen.“ Mit den letzten Läufern erreichte sie das Ziel auf der Felsrippe.

Trotz Fußverletzung zuschauen wollte auch Vorjahressieger Abdulmajeed Abdallah aus dem Sudan. Er beglückwünschte Titgemeyer am Ziel. „Der Piesberg ist gut“, so Abdallah, der eigentlich wöchentlich dort trainiert und erst seit knapp zwei Jahren gezielt läuft – unter anderen mit Lauftrainer Michael Karsch. „Es gibt viele Sieger: alle, die teilgenommen haben“, so Diakonie-Pressesprecher Burkhard Teschner.

Mehr Fotos vom Gipfelsturm auf noz.de/os und auf gipfelsturm-os.de

Neue Osnabrücker Zeitung/ Bericht: Frank Muscheid/ 02.05.2017